Hilfszügel
Über die Frage ob Hilfszügel nun sinnvoll sind oder nicht kann man sich streiten... da wird sich die Reitsportszene wohl nie einig werden. Ich persönlich denke das sie nur bedingt sinnvoll sind und auch nicht alle Arten... es kommt extrem auf das Pferd an. Ein Pferd das immer den Kopf nach oben reisst, dem würde vielleicht einmal ein Hilfszügel der ihm den Weg in die Tiefe zeigt, nützen.
Martingal: Das Martingal ist der wohl gängigste Hilfszügel. Man darf es (vorrausgesetzt es ist das Gleitende) auch bei Springprüfungen einsetzen. Es leitet durch die 2 Ringe die an den Zügel sind, die Zügelhilfen korrekt auf das Pferdemaul um, wenn sie falsch gegeben werden. Sowie es auch das unkontrollierte "raufreissen" des Pferdekopfes, beispielsweise in einem Springparcours, erschwert.
Es wird so verschnallt das je ein Ring um je einen Zügel führt, der "Halsring" oder die Halsschlaufe um den Hals ist und das Ganze noch durch ein "Band" am Sattelgurt befestigt...
Starrer Ausbinder: Durch seine Verschnallung vom Sattelgurt zur Trense (seitlich am Pferd, auf jeder Seite einer), soll er dem Pferd den Weg in die Tiefe zeigen. Das problem bei diesem Ausbinder ist jedoch das er seitlich seht steif ist und sich die Pferde kaum biegen können...
Stosszügel: Dieser wird am Sattelgurt (unten am Bauch) befestigt und dann am unteren Teil des Nasenbands (Kinnriemen) angemacht. Der Stosszügel lässt das Pferd nicht gegen oben mit dem Kopf, übt also sobald das Pferd dies macht, Druck aufs Genick aus. Seitliche Biegung ist trotzdem möglich. Der Nachteil ist das der Druck den es aufs Nasenband erzeugt, oft Gegendruck "provoziert" und das Pferd erst recht nach oben drückt...
Dreieckszügel: Dieser Hilfszügel wird oft bei jungen Pferden verwendet... er verhindert die zu hohe Kopfhaltung und zeigt den Weg in die Dehnungshaltung...
Ein Riemen wird unten am Sattelgurt angebracht und führt dann zwischen den Vorderbeinen weitergezogen, teilt sich in zwei Riemen, von welchen jeder durch einen Trensenring gezogen wird und dann seitlich am Pferd wieder am Sattelgurt angebracht wird.
Laufferzügel: Wird ähnlich verschnallt wie ein Dreieckszügel und wirkt ebenfalls ähnlich oder eigentlich gleich... Er gibt lediglich mehr seitliche Begrenzung... Das Pferd kann sich jedoch im Vergleich zum Dreieckszügel weniger vorwärts-abwärts dehnen, es gerät schnell hinter die Senkrechte, was ja generell schlecht ist.
Schlaufzügel: Der eigentlich Zweck des Schlaufzügels wäre, das Pferd zu Dehnungshaltung zu animieren. Stattdessen wird er leider immer öfter bei stürmischen Pferden angewandt, damit sie besser kontrollierbar sind oder auch um das Kopf des pferdes "runterzuzwingen". Eigentlich ist es ein "überlanger" Zügel... Das eine Ende in den Händen, wie ein Zügel und das andere Ende am Sattelgurt befestigt... die Zügel werden durch die Trensenringe gezogen. Somit hat der Reiter doppelt soviel Kraft, was eben oft ausgenutzt wird und dem Tier mehr schadet als hilft... Dieser Hilfszügel sollte nur von erfahrenen Reitern benutzt werden, obwohl man ihn des öfteren in Händen von "Möchtegern-guten-Reitern" sieht.
Thiedemannzügel: Dieser gilt eigentlich nur als entschärfte Variante des Schlaufzügels. Ein Riemen der am Sattelgurt befestigt wird, teilt sich und wird dann durch die Trensenringe gezogen und an den Spezialzügeln (mit Metallringen dran) angebracht. Je weiter hinten angebracht, desto grösser die Wirkung.
Er verstärkt die Zügelhilfen des Reiters, ist aber auch nicht geeignet für unerfahrene Reiter und für Pferde die zum Unterhals neigen.
Chambon: Wird nur beim longieren verwendet, drückt bei hoher Kopfhaltung auf Genick und Maulwinkel, was das Pferd dazu veranlasst den Kopp zu senken. Wird am Longiergurt angebracht (unten am Bauch) führt dann zum Genick hoch und dann an die Trensenringe...
Gouge: Wirkt ähnlich wie das Chambon, kann jedoch auch beim Reiten angewendet werden. Der Unterschied ist jedoch, das die Seile nicht am Gebiss eingehackt werden sondern durch die Ringe hindurch, wieder zum Riemen führen. Oder bei einer anderen Variante führt es an die Zügel. Die Dehnungshaltung ist möglich ohne das das Pferd hinter die Seckrechte gezogen wird. Bei falscher Handhabung wirkt das Gogue das wie ein Zügel ist, wie ein Schlaufzügel.
Halsverlängerer:
Die Mitte dieses elatischen Seiles wird auf Genick gelegt, die Enden durch die Trensenringe gezogen und am Sattelgurt befestigt. Der Halsverlängerer soll dem Pferd, den Weg in die Tiefe zeigen und dank des Elasts ohne das es hinter die Senkrechte kommt. Der HV gibt nach wenn er gespannt wird, baut aber gleichzeitig auch wieder Druck auf Genick und Maul auf. Vorteile hat dieses Teil eigentlich keine im Sinne des Pferdes. Das Pferd kann sich theoretisch sehr gut dehnen, aber das "Belohnungserlebnis" bleibt aus, denn kaum dehnt sich das Pferd, wird Druck auf Genick und Maul aufgebaut.
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